Drehst'n Deckel e.V. - Ultimate Frisbee in Dresden

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Stollenturnier 2005 Dresden

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Turniersieger im eignen Hause wird man nicht

Turniersieger im eignen Hause wird man nicht, so heißt ein ungeschriebenes Gesetz beim Ultimate Frisbee. Ich weiß gar nicht, ob das Gesetz wirklich ungeschrieben ist. Jeder weiß es, und auch schwarz auf weis sieht es so falsch nicht aus. Turniersieger im eignen Hause wird man nicht

Nun stehen sie also da, grinsende Gesetzesbrecher. Grinsen noch, als die Halle schon leer ist von unseren Gästen und der Kopf auch schon nicht mehr so voll. Alle sind sie wieder heimgefahren, säckeweise Plastikflaschen zeugen davon, dass viel Volk angereist war, 140 Spieler aus 4 Ländern, nun also nur mehr die Räumbrigade, die nicht mal Duschsekt hat zum Feiern. Denkt ja auch keiner dran: Turniersieger im eignen Hause wird man nicht.

Die Sache des Statistikers ist die meine nicht. Fest steht, dass uns keine Finesse des Spielplans an die unerwartete Position gebracht hat. Und unerwartet war sie, da sich namhafte Teams angekündigt hatten, die wir nie zuvor besiegen konnten. Ok, Karlsruhe hatte kurzfristig abgesagt, nach der Absage jedoch hatte ich eine klare Empfehlung. Aber als wir diesen meinen Titelanwärter der Dresdener Nacht der Langen Stollen 2005 noch in der Vorrunde besiegt hatten, da musste ich mir Spiel um Spiel einen neuen potenziellen Favoriten suchen, den wir immer nur besiegten.

Wie in den vergangenen Jahren auch hatten wir zwei Teams aufgestellt. Anders als in den vergangenen Jahren war die zweite Mannschaft kein „Scheibenkleister"-Konstrukt, sondern ein Seltener-Zum-Training-Kommer-Pool, der sich in letzter Minute „Handlanger" nannte, was in anglophoner Zunge wohl bezeichnend untrained personal wäre. Die erste Mannschaft wiederum setzte sich zusammen, immer wieder, um unter Drogeneinfluss einen Teamnamen zu kreieren, der alles in sich trüge, Schwere und Leichtigkeit, basisdemokratisches Selbstverständnis wie Heldenandacht, Achtung vor der Jugend wie älterliche Verspieltheit. Nun höret selbst, ob’s gelang. Dies Team ward geheissen „Drehs10 Deckel".

Auch ohne die Statistik zu bemühen soll gewissermaßen stellvertretend für den Verlauf des Turniers der ersten Mannschaft D10D eine kleine Beschreibung des Finales gegen die Gelbfiebrigen aus Prag folgen. Wir bereiteten uns durchaus angemessen vor. Drei aus der Mannschaft wurden noch in der siebenten Morgenstunde auf dem Dancefloor gesehen, der von Jo aufs Neue hübsch am Brodeln gehalten wurde. Eine halbe Stunde vor Ultimo maßen wir die Halle in Höhe und Breite mit den Frisbeescheiben aus. 5 Minuten vor Ultimo wurden wir gefragt, wo das Endspiel denn nun stattfände- „und wieso geht ihr dann alle in die andere Richtung? – Weil da die Toilette ist." Dann verloren wir aber den roten Faden, vergaßen irgendwie die Bedeutung des Spiels und gewannen es. Ja so war das mit dem Turniersieg.

Bei der Abschiedszeremonie des Geburtstagsturniers, denn wir werden, das hatten wir niemandem verraten, 2005 zehn Jahre alt, bekamen wir von den unangefochtenen Spiritprice-Wonderwomen-Woodchicas eine fernsehballettreife Darbietung, was Frisbee ausmacht. Trotzdem fiel uns die Erklärung nicht leicht, warum wir gewonnen hatten. Das macht man einfach nicht.

Carsten

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 27. August 2006 um 19:31 Uhr